Volksbank und Tafel Willich e. V. eint die Hilfe zur Selbsthilfe
Spende der Genossenschaftsbank unterstützt die ehrenamtliche Arbeit
19.10.2026
19.10.2026
So stellt man sich einen Lebensmitteldiscounter vor: ordentlich gestapelte Transportkisten, beschriftet mit gut lesbaren Haltbarkeitsdaten. Helle, saubere Räume und blitzblanke Edelstahltische. Auf rund 350 Quadratmetern sind die Lagerflächen, die Kühlräume und die kleine Halle, in der die angelieferten Waren sortiert werden, ebenerdig erreichbar. Über allem liegt der kaum wahrnehmbare Geruch nach Obst, Gemüse und Kartoffeln.
Jeden Morgen sind die Transporter der Tafel Willich e. V. früh unterwegs, um Lebensmittel bei Supermärkten, Discountern und Bäckereien abzuholen. Bereits vor Ort wird grob vorsortiert, die weitere Sortierung erfolgt in den Räumen der Tafel am Siemensring in Münchheide. „Wir haben jeden Tag 18 Ehrenamtliche im Einsatz, die bis zu 1,7 Tonnen Lebensmittel bewältigen müssen“, erklärt der Vorsitzende der Tafel, Andreas Stumpf, den beiden Generalbevollmächtigten der Volksbank im Rheinland eG, Frank Lüder und Sven Frauenkron.
Beim ausführlichen Rundgang zeigen sich die beiden beeindruckt von der Professionalität und dem organisatorischen Aufwand. „Wir übergeben daher auch in diesem Jahr gerne wieder einen Scheck über 2.500 Euro. Ihren Leitsatz ‚Lebensmittel retten, Menschen helfen‘ setzen Sie hier in Willich auf beeindruckende Weise um“, sagen die Vertreter der Volksbank. Die Genossenschaftsbank unterstützt seit Jahren die sechs Tafeln in der Region mit jährlich insgesamt 15.000 Euro. Sven Frauenkron betont: „Wir fühlen uns den Menschen in der Region traditionell verbunden. Das entspricht unserem genossenschaftlichen Leitgedanken der Hilfe zur Selbsthilfe.“
Für Andreas Stumpf kommt die Spende zur richtigen Zeit. „Für das kommende Jahr haben wir uns das Thema Photovoltaik vorgenommen. Wir wollen weg von Dieselfahrzeugen und hin zu E-Sprintern. Außerdem möchten wir unseren hohen Strombedarf, beispielsweise für die Kühlanlagen, möglichst umweltfreundlich decken.“
Die Regale im Anlieferungsbereich mit dem großen Rolltor sind dicht gepackt: Nudeln, Dosentomaten, Fertiggerichte, Champignons im Glas und Chips mit Hot-Pepperoni-Geschmack. Etwas weiter hinten stehen Kisten mit Toastbrot. Gerade haben die Ehrenamtlichen mit einem Hubwagen eine Palette Kinderschokolade hereingefahren. Daneben stapeln sich bereits fertig gepackte Kisten für die vier Ausgabestellen. Dort können die Kundinnen und Kunden der Tafel einmal pro Woche Lebensmittel abholen.
Als Frank Lüder erfährt, dass sich die verschiedenen Tafeln in der Region bei Bedarf auch gegenseitig mit Lebensmitteln aushelfen, nickt er anerkennend. „Es ist gut, dass es hier kein Konkurrenzdenken gibt. Ich finde es sehr aufschlussreich, einmal hinter die Kulissen schauen zu können und zu sehen, was die Ehrenamtlichen hier jeden Tag leisten und welche Logistik dahintersteckt. Dazu passt unsere Leitlinie: Was einer nicht schafft, schaffen viele.“
Die Tafel Willich e. V. engagiert sich seit ihrer Gründung vor rund 20 Jahren auf vielfältige Weise. So haben die Ehrenamtlichen organisiert, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf von der Lebenshilfe gepackte Lebensmittelkisten zu denjenigen bringen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst zur Tafel kommen können.
Seit einigen Wochen gibt es außerdem die Rentnerinnen- und Rentner-Tafel, berichtet Christine Nohl-Weiler: „Wir haben festgestellt, dass viele Seniorinnen und Senioren aus unterschiedlichen Gründen den Weg zu uns scheuen. Deshalb haben sie jetzt jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit, zu uns an den Siemensring zu kommen. Das Angebot wird sehr gut angenommen.“ Neben Lebensmitteln haben die Besucherinnen und Besucher dort auch Gelegenheit, bei Kaffee und Plätzchen ungezwungen miteinander ins Gespräch zu kommen. „Das tut ihnen gut.“
Der zusätzliche Aufwand für die Ehrenamtlichen ist dadurch zwar gewachsen. Doch für Andreas Stumpf und die rund 185 freiwilligen Helferinnen und Helfer der Tafel Willich e. V. bleibt die Motivation dieselbe: „In die dankbaren Augen der Menschen zu schauen, ist Motivation für den ganzen Tag.“
Tel.: 02161 - 5861 - 0
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