Nur gemeinsam können wir viel bewegen
Volksbank im Rheinland unterstützt Klein-Jerusalem
28.10.2026
28.10.2026
Wer nun meint, die Kapelle Klein-Jerusalem in Neersen liege die meiste Zeit im Dornröschenschlaf, der irrt. Und das hat nichts damit zu tun, dass gerade das Kreischen einer Kettensäge die Ruhe rund um das historisch und international bedeutende Denkmal gestört hat, weil eine Birke dem jüngsten Sturm zum Opfer gefallen ist. Geschäftig geht es nahezu jeden Tag an und in der Kapelle zu. „Gestern erst, am Sonntag, haben mein Mann und ich den Metalldeckel der kleinen Kuppel im Inneren der Kapelle gereinigt“, erzählt Alexandra Linder, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Klein-Jerusalem e. V., bei der Übergabe eines Schecks über 2.500 Euro an Sven Frauenkron.
Der Generalbevollmächtigte der Genossenschaftsbank war auch deshalb gekommen, um einen Blick auf den Kreuzweg von 1885 zu werfen, dessen Sanierung die Volksbank im Rheinland eG mit insgesamt 5.000 Euro unterstützt hat. „Ich bin beeindruckt, wie hell und präsent die 14 Stationen jetzt wirken“, sagt er.
Die Säuberung des Kreuzwegs rund um die Kapelle sei aber erst der Anfang, so Wolfgang Peter, stellvertretender Vorsitzender des Vereins: „Als Nächstes werden wir vor jeder Station eine kleine Pflasterfläche anlegen lassen, nach den Vorgaben der Unteren Denkmalbehörde. Die Flächen werden dementsprechend mit Blaubasaltsteinen gestaltet.“ In einem weiteren Sanierungsschritt sollen das Innere der Stelen neu gestrichen und die Gitter saniert werden, die die wertvollen Abbildungen vor Zerstörung schützen.
Sven Frauenkron ließ es sich nicht nehmen, sich von Alexandra Linder das Untergeschoss der Kapelle zeigen zu lassen, mit deren Bau 1655 begonnen wurde. Nach dem Rundgang war er einmal mehr davon überzeugt, „dass das ehrenamtliche Engagement viel bewirken kann. Hier in Klein-Jerusalem lässt sich deutlich ablesen, was auch hinter unserer genossenschaftlichen Philosophie ‚Was einer nicht schafft, schaffen viele‘ steckt. Ohne die vielen helfenden Hände wäre das alles mit Sicherheit nicht zu stemmen.“
Wie wahr, meint auch Herbert Becker, Schriftführer des Vereins: „Es gibt immer genug zu tun. Im Augenblick machen uns der bröckelnde Putz und die abplatzende Farbe im Untergeschoss zu schaffen. Wir sind also immer in Kontakt mit den zuständigen Stellen, sei es auf kommunaler Ebene oder auch mit Vertretern der Kirche.“
Der ehemalige Justizvollzugsbeamte führt Besucher durch und rund um Klein-Jerusalem. Bei einer Führung wurde ihm jüngst einmal mehr vor Augen geführt, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann: „Ein Mann hatte Tränen vor Rührung und Begeisterung in den Augen, als er erzählte, dass er die Kapelle zwar seit 30 Jahren kennt, sie aber noch nie so erleben konnte wie bei der Führung.“
Die Kapelle ist längst zu einem gern besuchten Ort der Begegnung geworden. Neben Hochzeiten, Taufen und anderen Veranstaltungen ist auch die Faust-Lesung in Erinnerung geblieben, die der Musiker und Poet Gerd Klöcker organisiert hat. „Das werden wir auf jeden Fall wiederholen“, so Herbert Becker. Wolfgang Peter schätzt, dass allein in diesem Jahr bis zu 7.000 Gäste Klein-Jerusalem besucht haben. „Wir gehen davon aus, dass wir allein beim bevorstehenden Lichterfest mit bis zu 750 Besuchern rechnen können.“ Zum Glück könne man auch bei diesem Fest auf die Hilfe vieler zurückgreifen: „Da braucht man schon 70 bis 80 Leute.“
Die Unterstützung der Volksbank reicht nachweislich bis ins Jahr 1985 zurück. Stolz zeigt Heinrich Verhalen, Ehrenamtler der ersten Stunde und Kapellenexperte, Sven Frauenkron ein Fenster: „Das wurde damals von der Volksbank gestiftet. Keine vier Jahre nach der Gründung unserer Interessengemeinschaft.“
Auf die Gründung des Vereins vor 45 Jahren angesprochen, stutzen die Ehrenamtler kurz. „Stimmt, das war ja 1981. Vor lauter Vereinsarbeit haben wir das Jubiläum und die entsprechende Feier völlig vergessen“, lächelt Alexandra Linder. Sven Frauenkron indes ist sich sicher: „Bei Ihrem Engagement und der Hilfe Ihrer vielen Unterstützer werden Sie bestimmt einmal ein Jubiläum feiern können. Wir unterstützen Sie auf jeden Fall auch weiterhin.“
Tel.: 02161 - 5861 - 0
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