Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft
DRK und Volksbank ehren langjähriges Engagement
01.10.2026
01.10.2026
Anton Julius Rusch kann sich noch genau an seinen ersten Blutspendetermin erinnern: „Das war bei der Bundeswehr. Ich hab mich gemeldet, weil es dafür einen Tag frei gab und dazu noch ein halbes Hähnchen.“ Für ihn damals ein unschlagbares Argument, denn er war im Munsterlager stationiert und das Wochenende wegen der langen Heimfahrt entsprechend kurz. Rund 55 Jahre ist das nun schon her. Dem Blutspenden ist er seitdem treu geblieben – „weil ich für die Menschen etwas Gutes tun will“.
Der 76-jährige Viersener ist gemeinsam mit seiner Ehefrau einer von rund 70 Gästen, die der DRK-Kreisverband Mönchengladbach e. V. in das Haupthaus der Volksbank im Rheinland eG nach Neuwerk eingeladen hatte, um Blutspender für ihr uneigennütziges Engagement zu ehren. Ausgezeichnet mit Urkunde, Nadel und einer finanziellen Anerkennung wurden an diesem Abend Blutspender in mehreren Abstufungen, unter anderem für 50, 100 und 175 Blutspenden.
Anton Julius Rusch erhielt aus den Händen von Hildegard Wester, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, und Gülistan Yüksel, 1. Bürgermeisterin, die besondere Urkunde und Ehrennadel für 200 Blutspenden. „Sie können die Auszeichnung mit Stolz tragen“, sagte Hildegard Wester. Der Jubilar ließ bei der Übergabe für alle hörbar keinen Zweifel: „Ich mache auf jeden Fall noch ein bisschen weiter.“
Das nahmen die Verantwortlichen mit Freude zur Kenntnis. Wie sehr das DRK auf Blutspenden angewiesen ist, zeigt sich vor allem während der Ferienzeiten, wenn die Blutkonserven knapp werden. Ein stetiges Werben um neue Spender sei daher unerlässlich.
Der Generalbevollmächtigte der Volksbank im Rheinland eG, Sven Frauenkron, betonte in seiner Begrüßung, dass die Mitarbeitenden der Genossenschaftsbank in den vergangenen Monaten dazu ermutigt wurden, selbst Blut zu spenden: „Nicht weil es dazugehört oder es eine Aktion ist, sondern weil wir davon überzeugt sind, dass gesellschaftliche Verantwortung mit dem persönlichen Einsatz jedes Einzelnen beginnt.“ Getreu dem genossenschaftlichen Motto „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam“ fügte er hinzu: „Deshalb verbindet uns mit dem DRK mehr als eine langjährige Partnerschaft. Uns verbindet die Überzeugung, dass eine starke Gemeinschaft davon lebt, dass Menschen füreinander einstehen.“
Das Gleiche berichtet auch Gülistan Yüksel aus ihrer Zeit als SPD-Abgeordnete in Berlin: „Es gab unter den Abgeordneten beziehungsweise in der Verwaltung immer zahlreiche freiwillige Spender.“ Schmunzelnd fügte sie hinzu: „Auch wenn man den einen oder anderen Ängstlichen an die Hand nehmen musste.“
Die Hürden für eine Blutspende seien in den vergangenen Jahren gesunken, betonte Berthold Nielsen, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, einmal mehr: „Die Aufhebung der Altersgrenze für Blutspender ist der richtige Weg, denn der Nachwuchs fehlt einfach. Die Älteren sind eindeutig in der Überzahl.“
Das hat auch Petra Evertz festgestellt. Sie ist seit acht Jahren örtliche Blutspendebeauftragte: „Ich koordiniere rund 60 Termine im Jahr. Mit jeweils bis zu 100 Spendern.“ Um gerade auch die Attraktivität für die jüngere Generation zu steigern und für Abwechslung zu sorgen, so die pensionierte Sachbearbeiterin, „lasse ich, soweit es die Örtlichkeit zulässt, auch mal einen Foodtruck kommen“.
Gülistan Yüksel und Sven Frauenkron brachten es in ihren Redebeiträgen auf den Punkt: „Sie als Spender machen den Mitmenschen ein ganz besonderes Geschenk. Das kann man nämlich nicht kaufen. Ohne den Namen des Empfängers zu kennen oder seine Geschichte, geben Sie Ihr Blut. Und damit auch ein Stück Hoffnung und Zuversicht.“ Der Generalbevollmächtigte fügte hinzu: „Vielen Dank für Ihre Menschlichkeit.“
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